Dezember 2018
Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30
31

Login

Gelungenes Jahreskonzert am 09.12.17

2017.12.09 Jahreskonzert Foto von SZ

Die Gemeindehalle war schon lange vor Konzertbeginn bis auf den letzten Platz besetzt, die Mitwirkenden mussten mit Stehplätzen Vorlieb nehmen. Die Erwartungen an das Doppelkonzert mit der Jugendkapelle WOW (Winterstettenstadt/Oberessendorf/Winterstettendorf) unter neuer Leitung von Maria Schmid und dem großen symphonischen Blasorchester unter der Stabführung von Thomas Zinser waren groß und sie wurden nicht enttäuscht. In ausgewogener Besetzung und mit sonorem Klang erfreuten und begeisterten beide Kapellen ihr Publikum. Da jeder sechste „Dorfler“ im Musikverein aktiv ist, geriet das Konzert auch zu einem regelrechten Dorffest.

Eine schöne Gepflogenheit in der Gemeinde ist es, dass jede Komposition des Abends von Inhabern ortsansässiger Firmen oder den Honoratioren der Gemeinde und des Vereins gestiftet wurde. Unmöglich hier alle anzuführen. Mit Verve legte die Jugendkapelle mit der „Phoenix Overture“ des jungen in Singapur gebürtigen Komponisten Benjamin Yeo los. Abwechslungsreich arrangierte Disney-Filmmelodien von Johnnie Vinson folgten und die eindrucksvoll im Bigband-Sound interpretierte Popballade „My Dream“ des österreichischen Komponisten Peter Leitner gab Jonas Bochtler eine dankbare Gelegenheit am Flügelhorn solistisch zu glänzen.

Bühne wurde erweitert

Als noch klangmächtiger erwies sich das große symphonisch besetzte Blasorchester, bei dem Oboe, Englischhorn, Fagott und Bassklarinette nicht fehlen durften. Die eigens auf mehr als die doppelte Größe erweiterte Bühne konnte die in farbenprächtige Uniformen gekleideten Musiker kaum aufnehmen. Mit den grandiosen Klängen der „Olympic Fanfare and Theme“, von Star-Wars-Komponist John Williams für die Eröffnung der Spiele 1984 in Los Angeles komponiert und in einem Arrangement von Rieks van der Velde für Blasorchester eingerichtet, startete Thomas Zinser mit seiner offenkundig auf ihn eingeschworenen Truppe den Hauptteil.

Ein Medley aus Andrew Lloyd Webbers „The Phantom of the Opera“ im Stile einer Ouvertüre eingerichtet von Johan de Meij ließ nichts vermissen. Gänsehaut inklusive. Harfe und Kirchenorgel kamen von einem digitalen Keyboard, der markerschütternde Schrei der Christine Daaé aus den Reihen der Querflötistinnen. In der Ballade „Let it go“ von Robert Lopez aus dem Film „Die Eiskönigin“ übernahm Leonie Maurer ziemlich „unverfroren“ und mit großer Leidenschaft den Vokalpart.

Der zweite Teil begann nach einigen Ehrungen durch Walter Meseck vom Blasmusik-Kreisverband mit größeren Umbauaktionen. Alle Mädchen und Frauen der Kapelle bildeten einen Chor, zunächst nur geflüsterte afrikanische Gesänge und komplexe Rhythmen im Kontrapunkt zu den verbleibenden Blechbläsern ergaben ein exotisches Klangbild mit folkloristischem Kolorit und grandiosen hymnischen Einschüben dem schließlich ein mächtiger Tamtamschlag ein fulminantes Ende setzte. Im Gedenken an den legendären Tiroler Blasmusikkomponisten Sepp Tanzer, dessen Schlachtengemälde „Tirol 1809“ zu den Standardwerken symphonischer Blasmusik gehört, entstand 2014 der Titel „Ålm“ über das gleichnamige Seiser Volkslied.

Der Komponist Armin Kofler hätte sicher seine Freude an der stimmungsvollen Interpretation seines Werkes durch die Winterstettendorfer Kapelle gehabt. Der „Kaiserin-Sissi-Marsch“ von Timo Dellweg und vor allem die Zugabe des erst im Oktober 2017 erschienenen Konzertmarsches „Sympatria“ von Thomas Asanger als Hommage an die als soziale Zugehörigkeit verstandene Heimatliebe beendeten stilvoll einen wunderbaren, kurzweiligen Konzertabend.

Quelle: Bericht und Foto von Helmut Schönecker, Schwäbische Zeitung vom 11.12.2017

MV Winterstettendorf e.V. 2018