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Das Geheimnis ist gelüftet

Von Josef Aßfalg, Schwäbische Zeitung

WINTERSTETTENDORF

Gute zweieinhalb Stunden hat es gedauert, bis das Geheimnis um die neue Tracht des Musikvereins Winterstettendorf am Sonntagnachmittag im Gemeindehaus gelüftet war. „So spannend habe ich die Vorstellung einer Tracht noch nie erlebt“, sagte Magnus Schaber von der Firma Schaber Trachtenmoden in Immenstadt.

In seinen Grußworten lobte Schaber die Zusammenarbeit mit dem Trachtenteam Barbara Sigg, Julia Fessler und Konrad Walter, das für die Neueinkleidung der Kapelle zuständig war. Den Engagierten überreichte er ein Geschenk und Vorsitzender Thomas Müller bekam einen Gutschein für die Musiker.

„Wenn wir heute eure Trachten segnen, dann geschieht dies in dem Bewusstsein, dass euer Dienst als Musiker auch der Ehre Gottes dient“, sagte Diakon Karl-Josef Arnold vor der Segnung der Trachten, die er mit Pfarrer Franklin Joseph vornahm. Nach der Segnung verabschiedete er sich mit den Worten: „Bleibet noch gerne da in Frieden.“ Bürgermeister Jürgen Schell sagte in seiner Rede: „Es ist ein Juwel, was wir hier auf der Bühne sehen. Es ist eine Tracht, da können wir stolz darauf sein.“


Für Hummler ist es die fünfte TrachtVor der Segnung der Trachten erläuterte Dirigent Walter Sigg chronologisch die Ausstattung der Musikkapelle mit einer neuen Uniform und Halbtracht in der Vergangenheit. Passend dazu erklangen Musiktitel, die um diese Zeit populär waren und von den Dorfer Musikern in der Besetzung von damals gespielt wurden. So zeigte Sigg ein vergilbtes Notenblatt mit der Polka „Bummel Petrus“ aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, die ohne Klarinetten gespielt wurde. Klarinetten kamen nämlich erst 1967 dazu. Zur Anschaffung der Uniform 1966 passte die Zizibe-Polka mit Klarinettensolo. 1978 gab es die nächste Uniform und die Kapelle vergrößerte sich um das Flötenregister. Walter Sigg, der ebenfalls 1978 das Dirigentenamt übernommen habe, erzählte amüsant Anekdoten aus der damaligen Zeit. Die nächste Uniform wurde beim Erntedankfest 1989 vorgestellt und 1994 waren Mädchen erstmals bei Umzügen als Begleitung des Dirigenten dabei.

Fahnenbegleiter Hermann Hummler wurde mit der neuen Tracht zum fünften Mal mit einer Musikerbekleidung ausgestattet. Im Gespräch erzählte er, dass er 43 Jahre aktiver Musiker war und seit zehn Jahren die Vereinsfahne begleite. Barbara Sigg vom Trachtenteam erläuterte humorvoll die Ursprünge der Uniformen und Trachten. „Wann kommt eigentlich die Zeit, in der es Zeit für eine neue Uniform ist?“, fragte die Musikerin. Diese Frage habe lange durch die Reihen des Musikvereins gegeistert. In ersten „Sondierungsgesprächen“ mit anderen Musikern bei Umzügen und in Festzelten und bei verschiedenen Modehäusern seien die ersten Ziele des Trachtenteams erkennbar gewesen. Nach der Anprobe vieler Beispiele und dem Sichten von Stoffen, Knöpfen, Haken, Ketten, Hutformen und Strümpfen sowie Lederhosenverzierungen und Marschbuchaufbewahrungsmöglichkeiten seien die ersten Angebote ins Haus geflattert.

Zur Umrahmung des Festtags trug der Kirchenchor unter Leitung von Ingrid Ott unter anderem Silcherlieder vor. Tanzleiter Gerhard Bauer von der Volkstanzgruppe Winterstettendorf, begleitet von Margit Schwarz am Akkordeon, überbrückte die Zeit bis zum Einkleiden der Musiker mit der neuen Tracht mit Volkstänzen aus verschiedenen Regionen.

(Erschienen: 29.09.2013 schwäbische.de)

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